Sonntag, 7. Juni 2015

Bali mit Baby - unser Fazit

"Mit dem Baby so weit wegfahren, der lange Flug, oh je, habt ihr Euch das gut überlegt, wollt ihr wirklich eine Fernreise machen?" Solche Aussagen haben wir vor der Reise sehr oft gehört. Die Großeltern waren etwas geschockt, als wir das erste Mal von unseren Plänen berichtet haben, schließlich war unsere kleine Tochter erst neun Monate alt, als es losging. Aber ja, wir haben es uns gut überlegt, und so viel vorab: Der Urlaub war toll, es war die richtige Entscheidung zu fahren!

Während unserer Reise haben wir uns vorgenommen festzuhalten, was wir schwierig fanden und was überhaupt kein Problem war, und vor allem was schön war - um uns selber daran zu erinnern, aber auch um unsere Erfahrungen mit Euch zu teilen.

Grundsätzlich ist das Reisen mit einem Kleinkind sicherlich ganz anders, als wenn man nur zu zweit unterwegs ist. So verschieben sich doch die Prioritäten, zum Beispiel bei der Hotelauswahl. In einem schicken, vornehmen Resort hätten wir uns fehl am Platz gefühlt, stattdessen fanden wir die kleinen, familiären Anlagen viel angenehmer. Spätestens nach einer Nacht war unsere Lea der Star, jeder kannte ihren Namen, und man kam sehr schnell mit dem Personal und den anderen Gästen ins Gespräch.

Alle fragen zuerst wie der Flug war, dabei war dies eigentlich das kleinste Problem. Ein Spaß sind 17 Stunden Flug auch ohne Baby nicht. Aber dem Baby ist es ziemlich egal wo es gerade ist, solange Mama und Papa da sind und sich mit ihm beschäftigen. Und wir hatten auf allen Flügen ein Babybett, so dass Lea viel geschlafen hat. Mehr dazu lest Ihr im ersten Post.

Wie man am besten mit einem Baby auf die Wärme und Sonne reagiert - bis auf Bedugul in den Bergen waren es tagsüber immer 30 Grad und nachts minimal 24 Grad - fiel uns die ersten Tage besonders schwer. Wir hatten großen Respekt vor einem Sonnenbrand bei Lea und haben ihr daher langärmelige UV-Shirts angezogen und auch ihre Beine waren bedeckt. War unserem Kind aber absolut zu warm. Nach kurzer Zeit hatte sie überall Hitzepickel und fand es gar nicht gut. Daher haben wir dann umgeschwenkt, das Kind gut mit Sonnencreme eingeschmiert, nur einen Body angezogen und einen beschichteten Schirm gekauft. Die Zeiten in der Trage haben wir auch versucht zu reduzieren und die Kleine lieber auf dem Arm getragen, wenn es ging. Das klappte dann ganz gut. Für das Meer hatten wir uns mit UV-Kleidung und Sonnenbrille eingedeckt.

Ein weiteres Thema für uns waren die Moskitos. Auf Bali gibt es zwar keine Malaria, aber ordentlich kleine Blutsauger. Man hört bzw. liest zwar oft, das Babys eher nicht gestochen werde, das traf bei uns aber leider nicht zu. Insbesondere in Lovina hatte Lea wirklich einige Stiche abbekommen (hinterher waren wir entspannter was das Thema Mückenschutz anging, wir haben von Balinesen ein Öl eschenkt bekommen, dass diese für ihre Kinder verwenden - Minyak Telon Plus - das hat bei uns auch gut geholfen). Außerdem sah Lea zwar schlimm aus, geschadet hat es Ihr aber nicht (Bali ist schließlich malariafrei, eines unserer Hauptkritierien für dieses Reiseziel) und gestört hat es sie anscheinend auch nicht, jedenfalls hat sie nicht an den Stichen gekratzt oder gerubbelt.

Das Wickeln war überhaupt kein Problem. In den Hotelzimmern konnten wir oft eine Kommode als Wickeltisch umfunktionieren, ansonsten einfach eine Einweg-Unterlage aufs Bett und da gewickelt. Unterwegs haben wir oft den Kofferraum unseres Autos genommen oder einfach den Boden (wir hatten eh immer eine kleine Decke zum Krabbeln mit, ansonsten tat es auch die Wickelunterlage). Gestört hat sich niemand daran.

Auch das Stillen war einfach, in allen Sehenswürdigkeiten gab es ruhige Ecken wo man sich ein wenig zurückziehen konnte, dann einfach ein Tuch als Sichtschutz verwendet. In Restaurants gab es auch immer einen einsamen Tisch in der Ecke, wir haben einfach höflichkeitshalber kurz nachgefragt. Auch beim Stillen in der Öffentlichkeit hat sich niemand beschwert oder blöd geguckt.

Da Lea noch voll gestillt wurde, mussten wir uns nicht um Kaufen oder Aufwärmen von Zusatznahrung kümmern. Mama hat übrigens alles gegessen, teilweise auch scharf, und es hat Lea keine Probleme gemacht. Und Lea selber hat alles mögliche probieren dürfen: Obst, Gemüse, Reis, Fisch. Hoffentlich erinnert sie sich unbewusst später an die verschiedenen Geschmacksrichtungen, und wenn wir Glück haben hat Sie dadurch vielleicht später ein wenig Schutz gegen Unverträglichkeiten und Allergien.

Neun Monate war Lea als wir losgefahren sind, ein gutes Alter wie wir fanden: Sie wurde noch voll gestillt, siehe oben; und sie konnte noch nicht (weg-)laufen, und war dadurch nicht zu unzufrieden im Flugzeug und auf den Transfers, als sie still sitzen musste. Noch einfacher wäre es vielleicht gewesen, als sie noch nicht krabbeln konnte - dann hätte man sie auf eine Decke legen können und wir Eltern etwas mehr ausspannen können. So musste immer jemand direkt bei Ihr sein und aufpassen. Aber genau das war ja auch ein Ziel der Reise, sich intensiv mit der Kleinen beschäftigen. Lea hat es genossen, 24h Aufmerksamkeit und Bespaßung, entweder von uns oder netten Balinesen. Zurück zu Haus gab es erst mal etwas Geknatsche, weil sich die Eltern da wieder um Alltagsarbeit kümmern mussten und sie sich selber beschäftigen sollte. Alleine im Laufstall oder Wohnzimmer zu sitzen, war die ersten Tage gar nicht akzeptabel. Ist ja aber auch eine harte Umstellung für so ein kleines Würmchen...

Vorher hatten wir überlegt, ob es eine Rundreise werden oder wir von einem Ort aus die Insel in Ausflügen erkunden sollten. Für uns war die Rundreise das Richtige. Es ist spannender, die verschiedenen Gesichter der Insel (Berge, Reisfelder, Meer) in Ruhe zu erkunden, man hat einfach mehr von einem Ort wenn man ein paar Tage dort ist und nicht nur eine Sehenswürdigkeit auf der Durchfahrt per Tagesausflug mitnimmt. Und es ist interessanter, nicht immer an einem Ort über dieselben Straßen zu laufen und dasselbe Frühstück zu essen, sondern immer wieder etwas Neues zu entdecken. Das Packen haben wir als nicht besonders nervig empfunden, in der Mittagszeit war es sowieso zu heiß viel zu unternehmen, da konnte man das gut erledigen. Lea haben die Umzüge zwischen den Orten und Hotels anscheinend nicht viel ausgemacht, außer dass das Einschlafen nach einem langen Transfertag besonders schwer viel.

Überhaupt hatte Lea keinerlei Berührungsängste, alle Leute wurden angelacht und es wurde gewunken, ihr gefiel es von Fremden auf den Arm genommen und rumgetragen zu werden. Das Einschlafen war generell schwerer als zu Hause, wir hatten das Gefühl dass Sie nachts die Erlebnisse verarbeiten musste und unsere Nähe brauchte. Vielleicht war es aber auch nur die Hitze, außerdem hat sie auf Bali nebenbei noch vier Zähnchen bekommen. Auf jeden Fall muss man sagen, dass wir auch großes Glück hatten dass nichts passiert ist, Lea noch nicht einmal eine richtige Erkältung oder Durchfall bekommen hat. Außerdem ist ihr Charakter eher offen, so dass sie sich auf die vielen neuen Leute gut einlassen konnte. Lea hat die viele Action augenscheinlich viel Freude bereitet und gut getan - wir hoffen dass Sie etwas von diesen Erfahrungen mitnimmt und es sich demnächst positiv bei der Eingewöhnung im Kindergarten auswirkt. Aber wer weiß, sie kann leider nicht berichten wie es ihr gefallen hat...

Wir jedenfalls würden jederzeit wieder fahren und jedem empfehlen, es auch zu tun!




Stichworte: Reisen mit Baby, Fernreise mit Baby, Fliegen mit Kleinkind, Flüge mit Baby, Indonesien, Bali, Verreisen mit Baby, Tipps und Empfehlungen, Erfahrungen beim Reisen mit Baby



Donnerstag, 4. Juni 2015

Praktische Tipps zu Hotels, Restaurants, Transport etc mit Namen, Preise und Bewertungen

In diesem Post wollen wir Euch ein paar allgemeine praktische Tipps aus unseren Erfahrungen vor Ort geben. Danach findet Ihr nach Orten sortiert die Namen und eine kurze Bewertung zu den Hotels, Restaurants und Aktivitäten etc. (die Adressen findet Ihr einfach über Google). Unsere Eindrücke, Erlebnisse und Fotos findet Ihr in den jeweiligen Posts zu den Orten - am besten fangt hinten an zu Lesen, dann folgt Ihr chronologisch unserem Reiseverlauf.


Alle Preise und Erfahrungen gelten für die Nebensaison, in der Hauptsaison wird es nach Berichten unserer Fahrer an vielen Orten richtig voll und deutlich teurer, dann ist es auch nicht so einfach kurzfristig ein Zimmer zu bekommen! Also wenn immer ihr es einrichten könnt, meidet die Hauptsaison, das Wetter war während unseres Aufenthalts Mai bis Anfang Juni großartig, es gab so gut wie keinen Regen!
Falls sich etwas ändert und es einen der genannten Locations nicht mehr existiert, oder ihr schlechte Erfahrungen mit einer unserer Empfehlungen gemacht habt, gebt uns bitte Bescheid! Die Kontaktdaten der Fahrer in Ubud, Bedugul und Lovina können wir auf Nachfrage zuschicken.

Packzettel:
Packlisten findet man an vielen Stellen im Internet, daher machen wir hier keine neue Liste, nur ein paar allgemeine Hinweise:
  • Nehmt so wenig wie möglich mit, jedes Kilo bzw. Gepäckstück weniger erleichtert das Handling am Flughafen, die Transfers und das Packen & Auspacken beim Ortswechsel. Andererseits - Freigepäck beim Fliegen hat man genug, am Flughafen gibt es Kofferwagen und vor Ort tragen die Hotelangestellten die Koffer. Panik machen muss man auch nicht. Wir haben schon versucht wenig mitzunehmen, es wurden dann 3 Koffer und eine Reisetasche, und am Ende haben wir mehr als die Hälfte der Sachen nicht gebraucht und uns etwas geärgert...
  • Es ist wirklich sehr warm auf Bali, auch nachts! D.h. man braucht keine Jeans oder Pullover, erst recht keine Jacken, an den Füßen trägt man außer beim Wandern Flipflops. Einzig in den Bergen ist eine lange Trekkinghose, Longsleeve und Windbreaker angenehm, sonst braucht man das nicht. Man muss auch keine Sorge haben, abends in klimatisierten Restaurants zu frieren, die gibt es so gut wie gar nicht, einzig manche Supermärkte und ATMs sind stark klimatisiert.
    Für Lea hatten wir mehre Schlafsäcke mit, totaler Unsinn, selbst im Flugzeug brauchten wir nichts, da gibt es gewöhnlich Decken. Meist hatte Lea nur einen kurzen Wolle-Seide-Body an, oft auch nur eine Windel. Und morgens und abends die schicke, vor Ort gekaufte Bali-Flatterhose!
  • Man kann überall waschen lassen, kostet 20.000 IDR pro Kilo und geht innerhalb eines Tages. Also wenig Klamotten reichen!
  • UV-Schwimmsachen und Sonnenbrille sind am Meer und am Strand Pflicht. Sonst reichte uns ein Sonnenhut mit Nackenschutz für das Baby! Wir haben uns auf Bali einen kleinen, zusammenschiebbaren Schirm als Sonnenschutz beim Spazierengehen gekauft, ggf. macht es Sinn so was schon mitzubringen
  • Windeln konnten wir eigentlich überall kaufen, manchmal nur in kleinen Paketen, aber auch die waren nicht teurer oder schlechter als bei uns (MamyPoko ExtraDry war unsere Wahl; sehr ähnlich zu Pampers Baby Dry). Also muss man keine Unmengen Windeln mitschleppen. Ebenso gab es in den großen Orten westliche Babysonnencreme und auch sonst sehr viel (Feuchttücher etc.).
  • Wir hatten etwas Probleme mit Hitzepickeln und Moskitostichen, Multilind-Creme o.ä. und Baby- Mückenschutz bzw. Weleda Combudoron Gel (ab 6 Monaten) macht Sinn.
  • Babynahrung brauchten wir zum Glück nicht, da Lea noch gestillt wurde, und sonst hat sie von unserem Essen mitgegessen bzw. probiert (Reis kam sehr gut an, musste aber mühsam gefüttert werden).  
  • Den Maxi-Cosi dabei zu haben war sehr angenehm, das Baby konnte so gut und sicher auf den Transfers schlafen
  • Wir hatten eine Art Zelt als Not-Babybett dabei: Selbstaufbauend wie ein Wurfzelt, klein zusammenfaltbar und nur 2kg schwer, mit Reißverschluss und UV-Schutz (Deryan Reisebett Baby Luxe). Das hatten wir öfters am Strand und am Pool im Einsatz, darin konnte Lea sicher schlafen. Oder man konnte sie kurz "einsperren" um in Ruhe zu packen. Nicht zwingend notwendig, aber praktisch.
  • Umsonst durch Bali geschleppt hatten wir einen tragbaren Reise-Babysitz (Roba Boostersitz). War für unsere Kleine zu wackelig, die Stühle passten nicht richtig, und viel spannender war es, wenn eine Balinesin die Kleine geschnappt und durch die Gegend getragen hat. Einige Hotels hatten sogar einen Hochstuhl (meist jedoch sehr einfache Modelle).

Hotelsuche: 
  • Man hat einen größeren Platzbedarf für all das Zeug was man rumschleppt, das Zimmer sollte somit groß sein. Und Abends schläft dort ja das Baby, d.h. eine Veranda muss her, wo die Eltern sich dann aufhalten können und nett sitzen können.
  • Ein Pool war uns sehr wichtig, denn in der Mittagszeit war es viel zu heiß um das Baby herumzutragen, da bleibt man im Hotel, und das ist am Pool deutlich angenehmer. Im und am Meer hat man das Problem Schatten zu finden, dort kann man also auch nur eine begrenzte Zeit bleiben. Und während des Mittagsschlafes bzw. der Schläfchen der Kleinen war es toll am Pool zu liegen, dorthin reicht das Babyfon, bis zum Meer nicht. Allerdings waren die Pools meist nur so 25 Grad warm, richtig lange kann das Baby dort auch nicht drin bleiben. Ebenso ist ein großer Garten gut, wo man schattige Plätze zum Spielen findet.
  • Ein Babybett ist sehr praktisch. Auch wenn Lea dort nicht die ganze Nacht bleiben wollte und irgendwann zu uns ins Bett gewandert ist, konnte man sie dort sicher einschlafen lassen bzw. tagsüber mal kurz ablegen. Zur Not kann man aber auf dem Bett mit den Koffern einen "Laufstall" improvisieren, und wir hatten das Zeltbett, d.h. kein Babybett war für uns kein KO-Kriterium.
  • Eine Klimaanlage lässt alle besser schlafen. Auch wenn man sie nachts nicht voll laufen lassen möchte um Erkältungen zu vermeiden kann man zumindest vor dem Schlafengehen die Hitze des Tages aus dem Zimmer bekommen. Wenn das Zimmer aber vernünftig gebaut ist und man ordentlich Durchzug machen kann, dann reicht auch ein Ventilator (in Ubud war das perfekt - dafür sind solche Zimmer aber etwas dunkler, weil ohne große Fensterfronten auch weiniger Hitze reinkommt).
  • Wir haben es nicht geschafft Rabatte zu bekommen, auch wenn wir das Hotel nicht vorher reserviert haben und direkt an der Rezeption gebucht haben. Daher haben wir hinterher die Hotels ein zwei Tage vor Ortswechsel per Mail oder Telefon reserviert, das war stressfreier als vor Ort noch auf Hotelsuche zu gehen. Wir hatten erst gedacht, dass wir vor Ort uns die Hotels anschauen und dann aussuchen ob es uns gefällt. Haben wir einmal probiert, ist aber dann doch umständlich mit dem Fahrer dann von Hotel zu Hotel zu fahren mit dem Kind im Auto. Am Ende haben wir uns nach Tripadvisor-Bewertungen ausgesucht, das passte dann meistens auch. In Amed haben wir dann nach zwei Nächten noch mal das Hotel gewechselt - so viel Aufwand ist das auch nicht, man muss dann ja nicht ordentlich packen, und das Hotel hat meist einen Wagen der ein paar Meter umsonst fährt, Koffer werden eh vom Personal getragen. Daher haben wir in Lovina auch in ein Hotel eingecheckt, dass uns von der Beschreibung sehr gut gefiel, obwohl es nur für zwei Nächte frei war und in Kauf genommen ggf. noch mal umziehen zu müssen. Am Ende haben sich die Buchungen dort dann noch geändert, wir konnten fünf Nächte bleiben, und dann spontan am Ende noch einen Tag verlängern.
  • Lieber eine kleinere Anlage. Da kennt man nach einem Tag dann jeden und uns kannte auch jeder - das Personal kümmerte sich reizend um Lea, und das machte vieles deutlich einfacher.

Transport und Fahrer vor Ort:

  • Zum Fliegen haben wir in den jeweiligen Posts ja schon einiges geschrieben, kurz gesagt: Das einhängbare Babybett war eine riesige Erleichterung, bucht das in jedem Fall! Es schien so als gäbe es genug davon, so dass man nicht unbedingt Angst haben muss keins mehr zu bekommen. Den Maxi Cosi haben wir im Fliegen nicht zwingend gebraucht. Um Beschädigungen auf dem Gepäckband zu vermeiden das Ding nicht einchecken, sondern zum Gate mitnehmen. Entweder dürft ihr in mit in den Passagierraum nehmen, teilweise passte er in die Gepäckfächer, oder ihr könnt ihn dort zum Verladen abgeben (großer Müllbutel schützt dann ggf. gegen Regen). Früh boarden, damit nicht irgendjemand das Gepäckfach direkt an Euren Sitzen blockiert, es ist definitiv angenehmer das Handgepäck direkt in der Nähe zu haben. Zum Wickeln ist in der Behindertentoilette auch zu zweit genug Platz. 
  • Fahrer mit großen Autos (Vans) gibt es in Bali an jeder Ecke, auch meist mit anständigen Autos, wir haben es als völlig unproblematisch empfunden unsere Transfers und Ausflüge zu organisieren. Einfach die Straße langgehen, die Fahrer sprechen einen automatisch an, wer einem sympatisch ist, mit dem kann man über den Preis verhandeln. Um ein Gefühl für das Preisgefüge zu bekommen kann man sich vorher in einem der unzähligen "Reisebüros" - das sind Läden die Ausflüge und Touren vermitteln - informieren, meist stehen dort Aushänge mit den Preisen zu den gängigen Touristenorten. In diesen Büros kann man natürlich auch buchen, allerdings kann man den Fahrer dann vorher nicht anschauen, und es ist etwas teurer als auf der Straße. Und wenn man auf Nummer sicher gehen will bucht man über das Hotel, natürlich noch etwas teurer, aber für unsere Verhältnisse immer noch günstig.
  • Auf jeden Fall vorher nachfragen ob es funktionierende Sicherheitsgurte gibt und genug Platz für Gepäck und Maxi-Cosi da ist. Anfangs hatten wir überlegt uns einen festen Fahrer zu suchen, der uns dann überall hinfährt wenn wir ihn sympatisch und vertrauenswürdig finden. Aber das wäre natürlich teurer und weniger flexibel gewesen, weil er immer neu anreisen muss. Also haben wir immer wieder vor Ort einen neuen Fahrer gebucht. Fast alle Fahrer waren gut, alle so vertrauenserweckend dass wir unsere Sachen bei Zwischenstopps im Auto gelassen haben. Alle erzählen sofort von Ihren Kindern, zeigen Fotos, begeistern sich für das Baby - das hat alle Bedenken sehr schnell verschwinden lassen. Wenn man sich etwas absichern will kann man den Fahrer um ein "Erinnerungsfoto" vor dem Wagen bitten, so dass man das Nummernschild auf dem Foto hat.


Lesestoff:
  • Das Buch "Fliegen mit Baby und Kleinkind" gibt viele Tipps und gute Anregungen
  • Es gibt ein paar andere Blogs an denen wir uns orientiert haben. Insbesondere von Weltreise mit Kind www.weltreisemitkind.de/blog/ haben wir teilweise sogar die Hotels "nachgemacht"...

Unsere Stationen:

Ubud
Hotel: Honeymoon Guesthouse
Sehr schöne Anlage, tolles Frühstück, toller Pool, tolles Personal, ruhig in einer Nebenstraße gelegen. Die einzelnen Zimmer sind alle sehr unterschiedlich, daher vorher im Internet anschauen oder beim Hotel nachfragen. Wir hatten die Suite Arjuna A, sehr schön, nur der Kleiderschrank lag in einem etwas dunklen Raum hinter dem Bad. Babybett vorhanden, Frühstück großartig. Es gibt eine zweite, neuere Anlage, Guesthouse 2, ein paar Meter die Straße runter - wir fanden das Guesthouse 1 schöner.
Essen: Im Boga Sari waren wir mehrmals, leckeres Essen in einem schönen ruhigen Innenhof.
Fair Warung Balé unterstützt Medizinprojekte für Bedürftige, etwas teurer aber sehr gut und schön. Ansonsten waren wir öfters in den Warungs auf der Straße vorm Hotel, einfach aber gut.
Wellness: Lilys Spa direkt gegenüber vom Honeymoon Guesthouse ist gut und sauber, eine Stunde Massage 70.000 IDR
Aktivitäten: Affen schauen im Monkey Forest ist sehr zu empfehlen. Der Bali Bird Park war nett, aber ganz schön teuer, hier könnte man überlegen, ob der Aufwand lohnt. Taxi dorthin auf der Straße gebucht 300.000 IDR. Ausflug zu den Gräbern 250.000 IDR. Die Reisfeldwanderung "Campuhan Ridge" startet am Tempel Pura Gunung Lebah, eine weitere Wanderung geht einfach hinter dem Museum Puri Lukisan in die Felder. Ab 10 Uhr wird es sehr heiß!
Die Museen haben wir links liegen lassen...
Transport: Abholung vom Flughafen 350.000 IDR über das Hotel organisiert. Am Flughafen selbst ein Taxi zu nehmen hätte 200.000 IDR gekostet und wäre auch kein Problem gewesen, unsere Bedenken dass man dort keinen ordentlichen Wagen mit Gurten gefunden hätte waren unbegründet. Man muss bei Taxis nur ggf. mi dem Gepäck schauen.
Fahrt nach Bedugul mit Zwischenstopps 350.000 IDR, den Fahrer Wayan mit seinem Batmobil können wir weiterempfehlen!

Bedugul
Hotel: Strawberry Hill Hotel. Nette Bungalows (etwas wenig Ablageflächen), schöner Garten. Großes Manko ist die Lage an der vielbefahrenen Hauptstrasse. Terrasse liegt im Schatten, abends dort zu sitzen war uns zu laut und kühl. Babybett vorhanden, Frühstück gut (etwas kleine Portion). Für einen Kurzstopp ist das Hotel ok. Rückblickend würden wir aber überlegen besser ein Hotel am Lake Danau Tamblingan zu suchen, wo es ruhiger und landschaftlich schöner ist - Taxi fahren um etwas zu unternehmen muss man sowieso.
Essen: Hier haben wir nur im Hotel gegessen, ganz gut und preislich im Rahmen.
Wellness: Leckere Erdbeershakes im Hotelrestaurant für die Seele - nach Massagemöglichkeiten haben wir nicht gesucht.
Aktivitäten: Tempel, Botanischer Garten und der Markt sind zu empfehlen (besser nicht den sehr touristischen bei Canda Kuning, sondern fragt den Fahrer nach dem lokalen Markt ein Dorf weiter). Fürs Erdbeeren pflücken waren wir zur falschen Zeit da, der Reiseführer warnt hier aber auch vor einigen Abzockangeboten. Vom Strawberry Hill Hotel kann man direkt zum See gehen, dort ist ein kleiner Mini-Markt und man kann eine schöne kleine Wanderung Richtung 'Japanische Höhlen' machen. Die Höhlen selber haben wir aber nicht gefunden.
Hinterher hat Günter sich geärgert dass er sich keinen Jetski geliehen hat, wäre hier bestimmt viel günstiger gewesen als in Sanur.
Transport: Der Tagesausflug hat uns 200.000 IDR gekostet, Weiterfahrt nach Lovina mit Zwischenstopps 350.000 IDR. Unser Fahrer Made hatte uns direkt am Hotel angesprochen, er ist sehr zu empfehlen!

Lovina (Kalibukbuk)
Hotel: Sawah Lovina Bungalows. Sehr schöne kleine Anlage mit 6 Bungalows, besonders der Garten und Pool. Bungalows gut, Bad nicht mehr ganz auf dem neusten Stand. Das Personal war sehr nett und kinderlieb! Frühstück gut. Sehr ruhig, aber auch nur ca. 10 Minuten bis zum Strand, gut 5 Minuten zu den Warungs. Das Hotelrestaurant war auch lecker, aber etwas teurer.
Essen: Warung Jegeg (in der Jl. Mawar) war sehr lecker (dort gibt es auch Kochkurse, das haben wir leider verpasst). Einen ganzen frischen Fisch haben wir im Warung Apple gegessen, muss man aber vorbestellen (ging bei uns aber sehr kurzfristig in ein paar Stunden). Auf dem Nachtmarkt (am Ende der Jl. Mawar einmal über die Hauptstraße) gibt es sehr leckeres Sate, auch Ziegensate! Im JB's Warung ist der Banoffee-Cake zu empfehlen, und es gibt leckere Sandwiches zum Mitnehmen ins Hotel. Etwas schicker ist die Buda Bakery, toller Ausblick und ein netter Spaziergang dorthin (wenn man beim bezahlen äußert, wie dunkel der Rückweg sei, wird man vielleicht kostenlos zurückgefahren)
Wellness: Massagen im Green Spa (neben Warung Jegeg) waren gut (90.000 IDR, verhandelbar)
Aktivitäten: Delphine schauen ist toll (100.000 IDR Festpreis sind nicht verhandelbar, die "Kapitäne" haben sich zusammengetan). Ansonsten lockt das Meer (schwarzer feiner Sand, flach fast ohne Wellen, bis Mittag bieten Bäume Schatten)
Transport: Taxifahrt nach Sidemen inklusive Abstecher zum Muttertempel Pura Besakih 700.000 IDR, gebucht bei Yuli Transport (zwei Läden neben dem Green Spa). Guter Wagen, Yuli hat mehrere Fahrer. Unser Fahrer war nett, aber sprach nicht so gut Englisch und war auch sonst eher schweigsam. Außerdem ist sein 4-jähriger Sohn noch mit gefahren, da sonst keiner auf ihn aufpassen konnte.
Mount Batur Trekking: Der Ausflug zum Mount Batur kostete bei Yuli 900.000 IDR (Hinfahrt inkl. Long Trekking mit Guide, Rückfahrt brauchte ich ja nicht da Yvonne mich abgeholt hat - Beschreibung siehe hier). Der Betreiber des Ladens ist selber gefahren, er war sehr nett und hat das Trekking sehr gut vorbereitet - kann ich empfehlen über ihn zu buchen. Direkt vor Ort einen Guide zu buchen ist wahrscheinlich auch möglich, so sagte man mir zumindest im Trekkingguidebüro, aber wie teuer das ist konnte ich nicht herausfinden.

Sidemen
Hotel: Cepic Villa. Schöner Bungalow, schöner Garten, netter Pool (allerdings nicht ganz so schön wie in Ubud und Lovina, hauptsächlich im Schatten). Babybett vorhanden, Frühstück großartig. Hotel liegt aber unten am steilen Berg, das sollte man einkakkulieren. Dafür toller Blick auf Reusfelder.
Essen: Wir waren in den Warungs an der Straße an der  auch das Hotel liegt, z.B. Warung Ida ist gut.
Wellness: Unsere Massage haben wir im "Sweet Homestay" machen lassen (auch auf der Straße an der das Hotel liegt, aber recht weit hoch Richtung Ortsmitte auf der rechten Seite). Keine echte Massageliege mit "Kopfloch", trotzdem gut, runtergehandelte 100.000 IDR für eine Stunde balinesische Massage. Alternativen haben wir aber auch nicht entdeckt.
Aktivitäten: Reisfeld-Wanderung (wie im Post beschrieben ist die Standard-Route nicht wirklich schwer, aber nur für trittsicherere Babyträger zu empfehlen), den Guide haben wir für 100.000 IDR für zwei Stunden im Shop neben dem Warung Ida gebucht. Wer ambitioniert ist, kann auch zu einer Pagode auf einem benachbarten Berg laufen, fünf Stunden Dauer für Hin- und Rückweg und viele Stufen waren uns aber zu viel...
Transport: Taxifahrt nach Amed mit Stopps 400.000 IDR, gebucht beim Shop der zum Sweet Homestay gehört (der Wagen des Homestay-Besitzers war zu klein für unser Gepäck, er hat dann einen Cousin beauftragt. Hier war der Wagen gut, aber es kamen zwei Fahrer, siehe Post, die auch nicht sehr gesprächig waren - nur bedingt zu empfehlen).

Amed (Jemeluk)
Hotel: Zuerst im Geria Giri Shanti, aber dort war es uns ohne Klimaanlage zu heiß, ansonsten waren die Bungalows aber nett mit toller Freiluftdusche, das Frühstück super. Babybett vorhanden.
Dann im Bubu Racok Homestay, das war die schönste Unterkunft auf der ganzen Reise, vor allem wegen der netten und extrem kinderlieben Betreiber. Am besten für Babys geeignet fanden wir das Zimmer im oberen Stock "in zweiter Reihe" (d.h. Veranda nicht direkt zum Strand gelegen, sondern ein Zimmer liegt noch davor, aber trotzdem konnte man seitlich aufs Meer sehen). Hier gab es sehr viel Schatten auf Sofa und Liegefläche und es wehte ein laues Lüftchen. Es gab nur eine Wiege statt echtem Babybett, für Babys die sich schon hochziehen und mobiler sind nicht perfekt geeignet (wir haben dann auf dem Bett mit unseren Koffern einen "Laufstall" improvisiert wenn Lea allein im Zimmer war).
Essen: Beim Warung Amed hatten wir "Duck Tutu", sehr lecker und tolle Fruchtshakes. Warung Enak auch gut, das Eis großartig. "Le Petit Salon" hat eine kleine feine Dachterasse mit lecker Mittagsmenü, der Banoffee Cake war Wahnsinn! Am Westende der Jemeluk Bay haben wir im Warung Ombak gesessen, Essen nicht überragend, aber dafür freie Sonnenliegen und Schirme an einem schönen Strandabschitt.
Wellness: Die Massage im Spa direkt neben Geria Giri Shanti war nicht so doll, da waren sogar die Massagen am Strand besser. Im Bubu Racok haben wir uns eine Massage abends an den Strand bestellt, sehr toll (70.000 IDR).
Aktivitäten: Schnorcheln, das reichte uns... Da das Riff teilweise von Dynamitfischern zerstört wurde, muss man am besten im Hotel fragen, wo man am schönsten schnorchelt. Z.b. die Stelle vor dem Warung "Bobo Jolie Vue" ist toll, oder vor Warung Ombak. Vor 9 Uhr und nach 16 Uhr bestehen große Chancen beim Schnorcheln eine Meeresschildkröte zu sehen - wir hatten zweimal das Glück.
Transport: Die Weiterfahrt nach Sanur hat unser Gastgeber vom Bubu Racok Homestay organisiert (sein Cousin Kadek ist gefahren, sehr gut), 400.000 IDR ohne weitere Sightseeingstopps.

Sanur
Hotel: Puri Santrian. Schön, aber für den Preis hätten wir etwas mehr erwartet. Babybett vorhanden.
Essen: Einfach in den Warungs an der Strandpromenade. Richtig authentisch war der Warung Parahyangan links die Strasse vorm Hotel runter. Sehr einfach, aber sehr lecker und vor allem scharf!
Transport: Fahrer zum Flughafen haben wir an der Straße vorm Hotel angesprochen 150.000 IDR, (im Hotel bzw direkt auf dem Hotelgelände wären es 200.000 IDR gewesen)

Dienstag, 2. Juni 2015

Sanur und der Rückflug nach Haus

Unsere Zeit auf Bali neigt sich nun dem Ende zu. Weil wir Lea vor dem langen Flug nicht noch eine lange Taxifahrt zumuten wollten, haben wir uns für die letzte Nacht in Sanur, das liegt unmittelbar in der Nähe des Flughafens, einquartiert. 
Nach einem sehr herzlichen Abschied beim 'Bubu Racok'-Team ging es erst mal von Amed durch die Berge Richtung Südküste, ratet mal, natürlich vorbei an Reisterrassen und tollen Ausblicken. Mittags haben wir an einer balinesischen Raststätte gegessen, auch noch mal sehr interessant und authentisch, also vor allem sehr scharf!

Sanur ist eine der Hochburgen des Pauschaltourismus im Süden, etwas gehobenerer Standard als z.B. in Kuta (das ist der Party-Ballermann der Australier). Unser Hotel war zwar sehr groß, aber nett gebaut, maximal dreistöckige Gebäude und mit großem schönen Garten und schickem Pool. Dazu ein eigener Strandabschnitt mit Sonnenliegen und Bar.
Das Frühstücksbuffet war riesig, Lea hat mal wieder einen richtigen Hochstuhl bekommen, und in bester Pauschaltourimanier alles mögliche vom Buffet probiert. Der Strand hier ist schon schöner als im Norden und Osten, heller feiner Sand, den Lea natürlich auch wieder ausgiebig verspeisen musste. Er könnte ja anders schmecken als der dunkle Sand...
Trotzdem ist Sanur eine andere Welt als unsere bisherigen netten kleinen Ziele im Inland und im Norden, rein touristisch. Und obwohl die Nacht hier mehr als fünf mal so viel gekostet hat wie in Amed, war das Zimmer und speziell das Bad deutlich schlechter - aber es stand dafür ein fetter Flachbildschirm drin...
Wehmütig gab es noch mal ausgiebig frische Fruchtsäfte und leckere scharfe Reisgerichte, dann hieß es Abschied nehmen.

Nun sitzen wir im Flieger nach Kuala Lumpur. Start war um 19:20, also war Lea schon ordentlich müde, und bis wir in der Luft waren und das Babybett eingehangen werden durfte, war sie über ihrer Einschlafzeit, also gab es ordentlich Geschrei. Inzwischen schlummert sie aber friedlich, und war so freundlich uns ungestört Essen zu lassen. Gleich geht es schon wieder abwärts in den Landeanflug, da wird sie wohl leider wach werden.

Knapp zwanzig Stunden später: Wir sind gut zu Hause angekommen. Umsteigen in Kualu Lumpur lief problemlos - weil der Anschlussflieger eine Stunde Verspätung hatte war genug Zeit ;-)

Auf dem Flug nach Amsterdam hat Lea fast sechs Stunden geschlafen - daher war es auch für uns halbwegs entspannt.

Diesmal haben wir übrigens keinen extra Platz für den Maxi-Cosi ergattern können, und Lea musste bei Start und Landung auf Yvonnes Schoß sitzen. War aber auch kein Problem. Den Maxi-Cosi konnten wir beim Einsteigen einer Stewardess geben und er kam in ein separates Gepäckabteil. Wir hatten extra Luftpolsterfolie mitgenommen, um das Ding einzuwickeln damit beim Einladen in den Gepäckraum nichts passiert, die Folie war definitiv eins der Dinge, die unnötig war und wir zuviel mit uns rumgeschleppt hatten.

Nun sitzen wir mit quengeligem Kind vor aus den Koffern gekippten Bergen mit klammen Klamotten - der Urlaub ist endgültig vorbei. Aber es hat sich definitiv gelohnt, es war großartig!!!

Sonntag, 31. Mai 2015

Amed: Hitze, Korallen und Müßiggang

Amed Bali mit Baby

Nun brechen tatsächlich die letzten Tage unserer Zeit auf Bali an. Wir sind in Amed, genau genommen in Jemeluk, an der Ostküste, am Fuße des Vulkans Gunung Agung


Hier ist es einfach nur unwahrscheinlich heiß, über 30 Grad im Schatten und das warme Meer bringt kaum Abkühlung. Der Strand ist dunkel (wegen der Lage am Vulkan) und weitgehend steinig bzw. kieselig - er lädt also nicht wirklich zum Liegen ein. Dafür wäre es zwischen 9 Uhr und 16:30 Uhr in der Sonne aber auch definitiv zu heiß. Aber wir haben eine kleine schattige Stelle mit feinem Sand entdeckt, wo wir zumindest bis Mittag mit Lea sitzen können.


Vorab haben wir hier ein Zimmer in einer kleinen Bungalowanlage nur mit Ventilator gebucht. Ganz nett mit sehr freundlichem Personal, aber leider nicht direkt am Strand, ohne Pool und auch recht laut zur Straße raus. Nach 2 von 5 Nächten mussten wir auch einsehen, dass es ohne Klimaanlage einfach zu heiß für uns, und besonders für Lea ist. Sie hat unheimlich schlecht geschlafen und war eigentlich immer müde. Außerdem hatten wir nicht so viele Möglichkeiten, uns mit ihr einfach in den Schatten zu setzen. Da haben wir uns dann in der näheren Umgebung umgeschaut und sind kurzerhand in einen super tollen Homestay (d.h. eine kleine Privatpension) umgezogen, Bubu Racok. Nun haben wir ein schönes Zimmer mit Klimaanlage. Wir zahlen jetzt zwar beide Zimmer (beim Vorbeigehen am alten Bungalow haben wir gesehen, dass er frecherweise trotzdem gleich wieder vermietet wurde), aber da die Preise pro Nacht inkl. Frühstück bei 20€ je Zimmer liegen, ist es uns das für die verbleibenden 3 Nächte definitiv wert.
Die Besitzer hier sind ebenfalls super freundlich und hilfsbereit. Sie hatten zufällig noch ein aufblasbares Planschbecken, dass sie direkt Lea rausgezaubert haben, und Yvonne wurde kurzerhand mit dem Motorroller zum nächsten größeren Supermarkt gefahren, um Windeln zu kaufen.

Wir sind auf jeden Fall alle total happy, dass wir hier hin wechseln konnten, und nun haben wir ja auch ein Zimmer mit "Pool" (das Planschbecken) direkt am Meer. Und auf unserer Veranda steht eine Liege, die perfekte Baby-Spielfläche. Lea liebt das Ding, zu Beginn hat sie einen 15-minütigen Lachanfall gehabt, nur weil sie die Bambusumrandung so toll fand! Am 2. Abend hier haben wir uns - nachdem wir Lea ins Bett gebracht haben - zwei Masseurinnen herbestellt und uns auf den Liegen vorm Hotel massieren lassen, im Dunkeln mit Wellenrauschen und Geckorufen im Hintergrund, über uns die Sterne und der Mond, toll.

Amed selber ist ein beliebter Ort zum Tauchen und Schnorcheln. Andere Leute verirren sich nicht so zahlreich hier her. Wir machen jetzt nicht mehr wirklich viel, gehen schwimmen oder schnorcheln, spielen mit Lea im Schatten oder Planschbecken, gehen lecker essen und bewundern den Sonnenauf- und Untergang.


Schnorcheln ist wirklich großartig hier, denn nur gut 5m hinter dem Strand beginnt bereits das Korallenriff, so viele bunte Fische in allen möglichen Farben und Größen. Das Meer fällt nur sehr langsam ab, weswegen es auch ohne Tauchausrüstung unglaublich viele Korallen und Fische zu bestaunen gibt. Und weil alles so nah ist, kann man mal eben für eine Viertelstunde Korallenfische gucken gehen, kein Theater ein Boot zu mieten und sich Gedanken zu machen, wann Lea gestillt werden muss, total entspannt.

Wir hatten gehört, dass es morgens und abends Schildkröten geben soll. Und siehe da, am dritten Abend haben wir beide eine große Meeresschildkröte gesehen. Toll, toll, toll. Wirklich wunderschöne Tiere und so unheimlich elegant, wie sie durchs Wasser schwimmen. Und am nächsten Abend hat Yvonne gleich noch eine gesehen.

Am 4. Tag haben wir uns von den beiden Besitzern Wayan und Anna ein Stück die Küste hoch fahren lassen zu einem weiteren Korallenriff, und zwar auf Motorrollern, ohne Helm und mit Lea auf Yvonnes Rücken. Hätte uns vorher jemand weißmachen wollen, dass wir das mal machen werden, hätten wir demjenigen nur einen Vogel gezeigt. Das ist halt auch Bali... ;-)
Dort sind wir nochmal sehr schön geschnorchelt, es gab wieder unzählige Korallen und Korallenfische zu bestaunen, Makrelenschwärme und sogar kleine Stachelrochen. Toll. Am Strand wurden wir von einer Horde Balinesinnen zu einer weiteren Massage überredet: "No problem, no problem, Baby with my friend, you massage." Was soll man da noch sagen?? Da lässt man sich doch gerne eine weitere halbe Stunde massieren. Und weil die Standardmassage eine ganze Stunde dauert, wir aber nicht so lange mit Essen warten wollten, fing gegen 60 Cent Aufpreis gleich noch eine zweite Frau an Günter zu massieren. Full pleasure, full pain. Zurück ging es dann zu Fuß, ganz schön anstrengend durch die Mitagshitze.

Bubu Racok Homestay
An unserem letzten Abend in Amed gab es ein absolutes Highlight, Wayan hat für uns und die anderen Gäste ein tolles Abendessen zubereitet. Es gab am Strand gegrillten Fisch (wir hatten einen weißen Thunfisch, für die anderen gab es Dorade und Makrele), mit Gemüse (Gado-Gado und Urab), Fischfrikadelle und Saté-Spieße (Lilit, das ist eine Fischmasser mit ganz viel Gewürzen und Koskossnuss, und Schwein) mit Reis.
Bubu Racok Homestay
Unglaublich lecker und eine tolle Atmosphäre, bei Kerzenschein am Strand zu essen. Lea wurde währenddessen von den Mädels im Homestay entführt und bespaßt, so hatten wir Beide ein tolles romantisches Essen. Herrlich.

Jetzt heißt es bereits wieder packen für unsere letzte Nacht in Sanur. Morgen Abend geht dann der Flieger zurück nach Deutschland und unsere 3,5 Wochen Bali sind einfach vorbei.

Mittwoch, 27. Mai 2015

Sidemen: Reisfelder, Ruhe und dann weiter zum Meer

Nach den Strapazen des Berg- und Tempel-treppensteigens freuten wir uns schon sehr auf das Hotel in Sidemen, zumal es nach dem Internetauftritt etwas "luxuriöser" aussah - für 49€ die Nacht kann man hier schon was erwarten!

Die Anlage war auch wieder sehr schick, nur vier Bungalows, mit nettem Pool und schönem Garten, aber vor allem mit wirklich großartigem Ausblick auf die umgebenden Berge und Reisterassen, den wir morgens direkt vom Bett aus durch eine Panoramascheibe genießen konnten. Und endlich hat es mal gefruchtet bei der Buchung dezent darauf hinzuweisen, dass es sich hier um unseren Honeymoon handelt - das Riesenbett war zumindest sehr nett dekoriert!

Das Frühstück war diesmal super, schick angerichtet und sehr reichhaltig - wusste Lea leider nicht zu würdigen, sie hat trotzdem eine Riesensauerei veranstaltet. Inzwischen isst sie nämlich richtig gut mit, und lässt sich bereitwillig füttern anstatt darauf zu bestehen selber zu greifen - sie hat wohl eingesehen dass dann mehr ankommt. Besonders das Oatmeal (Haferbrei) hat es ihr angetan, das wird auf jeden Fall zu Hause nachgekocht. Mehr Spaß macht aber immer noch Matschen mit Tomaten... Das Personal war übrigens wieder sehr nett und hat viel mit Lea geschäkert. Beim Frühstück allerdings war man vornehmen zurückhaltend und ließ uns in Ruhe, niemand hat sich Lea geschnappt und entführt. Da wurde uns nochmals bewusst wie angenehm es in Lovina war dass wir ohne Kind frühstücken konnten... Dafür hatten wir hier aber einen Kinderhochstuhl für die Kleine, sogar einen richtig guten. 
Sidemen liegt im Landesinneren und ist immer noch ein Geheimtipp, ursprünglicher und landschaftlich viel schöner als Ubud, der Tourismus hält sich noch sehr in Grenzen. Dafür gibt es aber auch keine schicken Cafés, der Ortskern besteht im wesentlichen aus einem lokalen Markt und ein paar Läden an einer von Lastwagen vielbefahrenen Straße. Davon bekommt man in dem Ortsteil wo sich die Hotels befinden aber gar nichts mit, es ist herrlich ruhig! Wir hatten bei der Auswahl des Hotels darauf geachtet dass sich nicht zu weit entfernt von ein paar Warungs befinden, um nicht zu weit zum Essen laufen zu müssen (das Hotelrestaurant war etwas überteuert). Aber, Anfängerfehler!!! Wenn man in eine Bergregion fährt, muss man nicht auf die Länge der Strecke schauen, sondern auf die Höhenmeter! Vom Hotel ging es ganz schön steil bergauf. Das war am ersten Tag (ich sag nur Berg und Tempeltreppen) besonders hart... Auf jeden Fall gab es wieder einige nette, leckere kleine Warungs, und am zweiten Tag nach einem kleinen Rundgang durch den Ort auch wieder Massage, bevor wir uns faul an den Pool gelegt haben.
Obwohl wir den Ort vorher gar nicht auf dem Schirm hatten, waren wir froh hier Station zu machen. Wirklich schön und so erholsam ruhig, und vor allem nachts wieder etwas kühler als in Lovina. Lea hat es gut getan, vor allem weil die Moskitos hier nicht mehr so auf sie standen und ihre Stiche aus Lovina weitgehend abheilen konnten.
Am nächsten Tag hieß es schon wieder packen und abreisen. Vor dem Frühstück (zum Glück hatten wir Wasserkocher und Kaffee auf dem Zimmer) hatten wir allerdings noch eine Reisfeldwanderung mit Guide gebucht. Bei unserer ersten Erkundungstour hatten wir schon gemerkt, dass es recht schwierig ist, ohne Guide einen Weg durch die Felder zu finden. Und wir konnten am Vortag mit dem Guide sprechen, er war sehr nett, sprach super Englisch und sagte uns er holt uns um sieben am Hotel ab.

Am nächsten Morgen, wir standen pünktlich vor dem Hotel, kam der Mann der Warung-Köchin vom Vortag angetuckert, hinten auf dem Beifahrersitz eines Mopeds, das von seiner 14jähigen Tochter gefahren wurde. Gestern hatten wir uns noch kurz auf eher gebrochenem Englisch mit ihm über Kinder unterhalten. Aah, das ist Bali dachten wir, und was will der denn hier, arbeitet der auch im Hotel? Es stellte sich heraus dass er unser Guide war. Aaaahh, das ist Bali...
Anfangs waren wir etwas skeptisch, ob das jetzt alles so gut werden würde, aber das Englisch war dann doch OK, und wir bekamen einiges zu Reis- und Gemüseanbau und dem Landleben erklärt. Die Tour war auch gar nicht so ohne, über schmale Pfade, wo wir nie auf die Idee gekommen wären langzulaufen.
Außerdem dreimal durch einen Fluss, und einen recht steilen, engen Kraxelabschnitt zu einem kleinen Tempel hinauf, dann wieder durch hohes, scharfes Gras, man musste ziemlich aufpassen dass Lea sich nicht daran schneidet. Zum Glück hatte Günter die Kleine in der Trage und ja schon vorher am Mount Batur trainiert.
Es war nicht gefährlich, aber trittsicher mußte man schon sein und es war doch recht abenteuerlich, da man nicht wusste, wo der Guide uns als nächstes her führte. 



Dafür ging es durch eine wirklich tolle Landschaft, hat Spaß gemacht und man konnte einen kleinen Einblick gewinnen, wie die Leute hier leben. Keine Maschinen, Felder pflügen mit Ochsen, und Reis ernten per Hand (das konnten wir schon vom Hotel aus beobachten - es ist allerdings unglaublich wie schnell eine Familie ein Feld abgeerntet und den Reis von den Halmen geschlagen hat - trotzdem eine Wahnsinnsarbeit, bei 30 Grad den ganzen Tag auf dem Feld). Außerdem konnten wir sehen, wie die Bäuerinnen erst sich und dann Ihre Wäsche im Bewässerungskanal gewaschen haben - nix mit heißer Dusche oder Kochwäsche...


Nach dem Frühstück ging es dann weiter nach Amed, zurück ans Meer an die Ostküste. Der Fahrer kam pünktlich, zum Glück hatten wir uns gestern beim Buchen das Auto zeigen lassen, denn in das Auto des Tourbüros hätten unsere Koffer nie gepasst. Aber auf Bali hat man ja Familie, und der Cousin hat ein größeres Auto, kein Problem. Am morgen dann wieder eine neue Variante uns zu überaschen: Nicht der nette Fahrer mit dem wir gesprochen hatten kam, sondern jemand anderes - OK, kennt man ja inzwischen. Aber es war noch ein zweiter Mann dabei, und als Günter wie gewohnt vorne neben dem Fahrer Platz nehmen wollte hieß es nein, der Fahrer spricht kein Englisch, der zweite muss als Dolmetscher mit... Das war neu, und hieß wir mussten zu zweit auf die Rückbank neben den Maxi-Cosi. Ganz schön eng, d.h. ganz schön warm, abgesehen davon, dass es in der Mitte natürlich weder Gurt noch Kopfstütze gab. Zum Glück war die heutige Etappe nach Amed nicht ganz so lang.

Auf dem Weg haben wir natürlich wieder mal einen Tempel besucht. Dieses Mal den Wassertempel Tirta Gangga. Ein sehr schöner Ort, der 1947 für die königliche Familie gebaut wurde, mit mehreren Teichen, Kanälen und Wasserspeiern, mit Blick auf die Berge. Bei dieser idyllischen Atmosphäre gab es natürlich wieder ein Fotooshooting eines balinesischen Hochzeitspaares.
Die Anlage ist nicht zu groß, d.h. kein Besichtigungsstress, keine aufdringlichen Verkäufer und vor allem keine Treppen! Sie wird heute als Schwimmbad und Naherholungspark genutzt, also haben wir wieder Badesachen eingepackt.
Das Wasser kommt zwar auch hier wieder aus einer heiligen Quelle, aber warm ist diese leider nicht, sondern sogar recht frisch. Daher wurde es für Lea nur ein kurzer Aufenthalt im kühlen Nass, was der kleinen Wasserratte natürlich trotzdem große Freude bereitet hat. Nach dieser herrlichen Erfrischung vergingen die letzten 30 Fahrminuten bis Amed dann wie im Flug. 

Montag, 25. Mai 2015

Pura Besakih - der Muttertempel Balis

Um 8 Uhr ging es also für Lea und mich Richtung Gunung Batur, um Günter abzuholen. Unser Fahrer Ketut brachte zu meiner Verwunderung seinen 4jährigen Sohn mit. Es wäre keiner da zum Aufpassen und der Junge müsse sonst alleine zu Hause bleiben. Meine Frage, wo der Junge den später sitzen würde - die Rückbank war durch Lea und mich belegt und vorne sollte ja Günter sitzen - wurde mit einem Lächeln und "kein Problem, auf meinem Schoß" beantwortet. Was soll man da schon sagen? Das ist Bali! ;-) Und so ging es los zum Batur, der Junge auf dem Beifahrersitz, natürlich nicht angeschnallt und immer in Bewegung.

Nachdem wir Günter am Trekkingguidebüro abgeholt hatten, ging es weiter zum Tempel Pura Besakih. Dieser ist der heiligste Tempel der Balinesen und wird daher auch der Muttertempel genannt. Er thront in über 900 m Höhe am Südwesthang des heiligen Berges Gunung Agung, mit 3.142 m dem höchsten Berg der Insel (und auch aktiver Vulkan).
Der Muttertempel ist ein riesiger, aus über 200 Gebäuden bestehender Komplex - also wieder unheimlich viele Stufen für uns zu bewältigen. Erst einmal mussten wir aber reinkommen. Unser Reiseführer warnte uns bereits vor der Abzocke, die dort im Vorfeld betrieben wird. Im Hotel in Lovina hat uns ein holländisches Pärchen von ihren negativen Erfahrungen berichtet und unser Fahrer hat uns im Vorfeld auch nochmal darauf hingewiesen. Dementsprechend nervös waren wir als wir ankamen, da wir fest entschlossen waren, uns gegen diese Dreistigkeit zu wehren. Netterweise hatte der Fahrer schon Sarong, Tempelschal und eine Kopfbedeckung für Günter mitgebracht.

Auf dem Parkplatz ging es los und es kamen mehrere Balinesinnen an, um uns Opfergaben zu verkaufen, die wir zwingend im Tempel bräuchten, da es eine Zeremonie gäbe. Nachdem wir diese erfolgreich abgewimmelt hatten, mussten wir durch ein Heer von Verkaufsständen, wo uns jeder die üblichen Sarongs verkaufen wollte (obwohl wir schon welche trugen). An der "Touristen Information" wird man in der Regel dazu "überredet" eine Spende zu machen und es wird behauptet, dass der Tempel nur mit Führer betreten werden darf. Es wurde uns auch berichtet, dass einem das Ticket aus der Hand genommen und nur gegen Bares zurück gegeben wird. Wir sind wie mit Scheuklappen an allem vorbei gestampft, haben die "Guides" stehen lassen und wollten die Tempelanlage betreten. Ein Balinese verfolgte uns eine längere Zeit, behauptete er wäre ein offizieller Tempelwächter, und sagte wir dürften den Tempel heute nicht betreten. 'Aaaaaahhhhh, dachten wir, der will uns doch auch nur ein Guiding aufschwatzen'. Er wollte uns mehrfach aufhalten und hielt sogar die Türen vor uns zu, bis wir uns schließlich mit sanfter Gewalt durch eine Tür geschoben haben. Danach wurden wir dann in Ruhe gwlassen, waren aber völlig verunsichert, ob wir es tatsächlich ohne Abzocke geschafft hatten oder ob wir wirklich etwas falsch gemacht hatten und gerade gegen die Tempelregeln verstoßen. Unsere Herzen klopfen ganz ordentlich vor Aufregung und wir brauchten mehrere Minuten, bis die Anspannung einigermaßen von uns abfiel und wir den Tempelkomplex geniessen konnten.

 


Es ist eine wirklich schöne Anlage mit vielen Pagoden, vielen verschiedenen Figuren, die die einzelnen Tempel bewachen und und und. Die Aussicht ist ebenfalls richtig toll, auch wenn wir nicht so klares Wetter hatten, dass wir das Meer hätten sehen können.

Im Ergebnis sind wir daher froh, dass wir trotz der Warnungen den Muttertempel besucht haben.

Danach ging es wieder ins Auto zu unserem Ziel für die nächsten 2 Tage: Sidemen.



Trekking am Gunung Batur

Heute durfe ich (Papa) mal 'Babyfrei' machen! Nachdem wir schon zwischenzeitlich etwas bedauert hatten, dass manche Aktivitäten wie Hochseilgarten, Kanufahren etc mit Baby nicht sinnvoll möglich sind, durfte ich heute alleine 'bergsteigen', und zwar auf einen aktiven Vulkan! Und das an meinem Geburtstag.

Das musste zuerst organisiert werden. Die Tour ist ein von vielen Anbietern und Hotels angebotenes Inselhighlight und wäre ganz einfach dort mit Transfer und Guide zu buchen, aber immer nur ab minimal zwei Personen. Kein Problem, dachte ich, miete ich mir halt einen Fahrer dorthin und dann vor Ort eine Guide.
Denn, das stand schon im Reiseführer, ohne Guide darf man nicht auf den Berg. Also etwas gegoogelt wann und wo man die Guides findet, und aha: Die ersten Suchergebnisse heißen alle ' Batur Mafia'. Die Dorfbewohner haben sich zur 'Mount Batur Trekking Guide Association' zusammengeschlossen, Zitat aus einem Interneteintrag: 'Selbst wenn man den Mount Everest alleine bezwungen hat, ist es nicht gestattet, die 600 Höhenmeter auf den Batur ohne Guide zu gehen'. Leute die einfach mit dem Moped hingefahren und dann alleine losgelaufen sind berichten, dass sie beim Aufstieg arg bedrängt wurden und dann bei Rückkehr ihr Moped mit zerstochenen Reifen vorgefunden haben...

Also habe ich versucht, das Büro der Guides unter der offiziellen Nummer anzurufen und dort einen Preis fürs guiding zu erfragen. Dort sagte man mir aber immer nur: 'Call me on my mobile phone'. Auch nicht vertrauenserweckender...  Aber ich wollte die Tour unbedingt machen, schließlich waren im Netz so tolle Fotos davon zu finden. Der Clou ist nämlich: man startet so früh, dass man den Sonnenaufgang auf dem Gipfel beobachten kann. Was aber im Umkehrschluss bedeutet, dass man sehr früh starten muss, von Lovina aus um kurz vor zwei in der Nacht. Wir hatten daher erst überlegt uns ein Hotel in den Bergen zu nehmen, der Batur liegt schließlich auf halben Weg nach Sidemen, unserer nächsten Station. Aber die Unterkünfte dort oben sind anscheinend eher ziemlich einfach, und dafür der Aufwand mit Packen für eine Nacht war uns zu groß.

Schließlich habe ich dann doch in Lovina ein Tourbüro gefunden, dass uns einen Komplettpreis für Trekking und Transport nach Sidemen gemacht hat. Also erst mich zum Berg, Fahrer zurück nach Lovina, nächster Fahrer dann um acht Yvonne mit Lea abgeholt, wieder zum Berg, mich eingesammelt und dann weiter nach Sidemen, zwischendurch noch einen Tempel besichtigen... Warum einfach wenn es auch kompliziert geht! Aber der Besitzer des Büros hat mir sehr gut alle Optionen, die man bei der Tour hat, erklärt und Tipps gegeben was ich mitnehmen muss. Und als Bonus, nachdem er gesehen hat wie zerstochen unsere arme kleine Lea inzwischen ist, gab es noch das Hausmittel der Balinesen gegen Moskitostiche dazu, ein sehr gut riechendes Öl.

Also um zwei Uhr nachts ging es dann los für mich. Eigentlich wollte ich im Auto schlafen, aber der Fahrer war sehr nett und wir haben über das balinesische Schulsystem, die Bedeutung der Familie und über Politik gesprochen, sehr interessant. Gegen vier Uhr waren wir am Büro der Guidingorganisation. Mein Fahrer hatte mir vorher - ohne zu erklären warum - noch eingebläut, ich solle später sagen ich wäre schon das zweite mal am Berg. Mafia halt, da fragt man nicht zu genau weiter.
Er hat das Geld genommen, ist alleine ins Büro, kam aber mit einer Guidin zurück und alles lief ohne irgendwelche Probleme.

Man darf sich jetzt hier kein einsames Naturerlebnis vorstellen, das frühe Aufstehen schreckt weniger ab als gedacht, die Leute kommen Busweise. Zum Glück war ich recht früh dran, die erste, noch recht flache Strecke war ich völlig alleine mit meinem Guide, in kompletter Dunkelheit, nur im Schein von zwei kleinen Taschenlampen. Der Sternenhimmel war gigantisch!
Nach und nach wurde der Weg steiler und eng. Der Untergrund bestand teilweise aus lockerem Geröll, und man musste öfters ordentlich kraxeln. Wir waren flott unterwegs und liefen schnell auf vorauslaufende Gruppen auf, mein Guide hüpfte wo es ging an den teilweise überforderten Tagestouristen vorbei. Ihre erste Frage, ob wir Pause machen sollten habe ich noch beantwortet mit 'nein ist doch schöner wenn man keine Gruppe vor sich hat', was sie angespornt hat noch schneller zu werden. Als dann aber noch ein sandiges Steilstück kam, musste ich sie bremsen und erst mal eine Pause fordern, war ganz schön anstrengend!
Nach und nach wurde es voller, und hinter uns kroch ein einziger Wurm aus Taschenlampen den Berg hinauf.

Nach gut einer Stunde und ca. 600 Höhenmetern waren wir oben. Es war noch genug Platz um eine Bank zu finden und über die hochgeschleppten Süßigkeiten herzufallen. Man hätte sogar zu gar nicht so extremen Preisen Kaffee und Rührei kaufen können. Nun hieß es auf den Sonnenaufgang warten, komplett durchgeschwitzt auf dem zugigen Gipfel. Ganz schön kalt! Und oh nein, es zogen immer mehr Wolken auf!!!
Also leider nichts mit knallrotem Sonnenaufgang neben dem Vulkan Gunung Agung, nur ein rotes Glimmen. Aber trotzdem wunderschön!

Nachdem es hell wurde sah man erst mal wie viele Leute hier oben waren, ca. 300. Für die meisten ging es aber wieder auf direktem Weg nach unten. Ich hatte den 'long Treck' gebucht, und der führte über den recht schmalen Kratergrad weiter, jetzt waren wir fast alleine! Immer wieder zogen Wolken durch, so dass man links und rechts gar nichts mehr gesehen hat, mystisch und toll!


Die Tour führte nun hinunter auf ein Lavafeld mit tollen Ausblicken auf verschiedene Nebenkrater, jetzt waren die Wolken auch wieder hochgezogen. Der Weg wurde wieder einfach, also erst mal Frühstück! 

Der Vulkan ist noch aktiv, und auf vielen Stellen kommt Dampf aus dem Boden. Dort kann man Eier kochen! Ein kleines Loch buddeln, Eier rein, mit Erde abdecken und 15 min warten, fertig. Meine ersten Vulkaneier haben super geschmeckt!
Die Eier hatte mir übrigens der fürsorgliche Fahrer geschenkt, ich hatte extra noch Toast und Salz mitgebracht. Außerdem Bananen, aber der dummer Touri hat normale Bananen gekauft, die werden nichts im Erdloch. Es hätten Kochbananen sein müssen, um noch Nachtisch zu bekommen. Egal.

Leider fing es nun auch an zu regnen, aber dafür wurde ich mit einem tollen Regenbogen entschädigt, der sich komplett über dem Lavafeld aufgespannt hat.


Weiter ging's, nun wieder steil bergab über Sand, Geröll und Felsen - noch mal echt anstrengend, nun merkte ich den fehlenden Schlaf, und war froh, als wir nach gut fünf Stunden wieder unten waren...

Trotz der Mafia-Strukturen, der vielen Touristen und blöden Wolken ein großartiges Erlebnis. Jeder mit etwas Kondition kann die Tour machen, es ist bei Weitem kein echtes Bergsteigen, aber es war schon anspruchsvoller als ich gedacht hatte.






Freitag, 22. Mai 2015

Lovina Teil 2: Sand, Strand, Baby

Nach 2 Tagen in Lovina wurde es Zeit für Leas ersten Kontakt mit den unbekannten Elementen Sand und Meer. Da unser Kind bisher sehr wasserbegeistert und auch recht neugierig ist, hatten wir eigentlich gedacht, dass sie Sand und Meer schnell toll finden würde.



Die tatsächliche Reaktion lässt sich aber eher als Entrüstung, Skepsis und blankes Entsetzen beschreiben.
Als wir sie das erste Mal in den Sand gesetzt haben, fing sie sofort an zu weinen. Es wurde erst halbwegs akzeptabel, als sie auf einem Handtuch sitzen durfte. Wir haben unser Kind selten so vorsichtig erlebt - sie hat genauestens darauf geachtet, dass kein Sandkorn an ihre Haut kommt. Das Meer war ihr dann definitiv auch noch nicht geheuer. Also wurde der erste Versuch schnell abgebrochen und es ging zurück ins Hotel.

Neuer Tag, neues Glück. Heute ging es nach dem Frühstück wieder zum Strand. Erstmal auf die große Picknickdecke. Nachdem wir für Lea ein paar Sandkuchen gebacken haben und sie mit Hilfe ihrer geliebten Stapelbecher an den Rand der Decke gelockt haben, traute sie sich. Ganz vorsichtig wurde erst eine Hand in den Sand gesetzt, wieder weg gezogen und gründlich inspiziert.
So ging es noch ein paar Mal, bis dann endlich die Neugier siegte bzw. die Verlockung zu groß wurde, die Sandkuchen kaputt zu machen. Da stand sie auf einmal mit beiden Händen im Sand! Kurz darauf musste der Sand natürlich noch mehrfach probiert werden und er scheint ihr geschmeckt zu haben.




Nach dieser geglückten Annäherung sind wir alle ins Meer gegangen. Diesmal fand sie es deutlich besser und war viel entspannter. Das Rauschen und die kleinen Wellen am Ufer machen sie allerdings weiterhin skeptisch und führen nicht zu Begeisterungsstürmen. Aber bei Mama oder Papa auf dem Arm kann im Meer nun auch schon gelacht werden. Wir sind gespannt, wie es in den kommenden Strandtagen weiter geht. 


Nach all den Tempeln und Reisfeldwanderungen heißt Lovina für uns vor allem: Faulenzen! Obwohl halb sechs Aufstehen für die Delphintouren so faul auch wieder nicht ist. ;-) Außer den Delphinen hat Lovina nichts groß an Sehenswürdigkeiten zu bieten, und viele Urlauber reisen nur für eine Nacht dafür an bzw. werden nur per Tagesausflug angekarrt. Entsprechend wenig Touristen ist hier zu finden. Lovina ist nicht das Top-Reiseziel: Der Strand ist schön, aber kein weißer Traumstrand, und die Promenade ist etwas in die Jahre gekommen, wie auch der ganze Ort. Deutlich zu viele Souvenierverkäufer, Delphinbootkapitäne und Restaurants buhlen um Kundschaft, teilweise wird man recht penetrant angesprochen ob man nicht doch einen der tollen Muschelanhänger kaufen möchte (alle selbst gemacht, klar). Trotz der großen Konkurrenz ist es hier erstaunlichweise vieles teurer als in Ubud. Unverhandelt 6€ wollen die hier für eine Stunde Massage, unverschämt ;-)
Das Essen allerdings ist sehr günstig, gestern gab es zwei große gegrillte Korallenfische (man sah noch die bunten Muster an den Schwanzflossen...) mit Beilagen und vier Getränken für 15€, und damit haben wir fast doppelt so viel ausgeben wie die Abende davor... Da uns das Essen hier auf Bali bekanntlich großen Spaß macht, ist das Örtchen also super für uns. Und der Strand ist sehr babygerecht: Bäume die bis Mittags Schatten spenden, recht sauberer schwarzen Sand (also weniger Blendgefahr für Leas Augen), und das Wasser ist sehr ruhig und erst mal nicht tief.

Das es uns hier so gut gefallen hat lag zum großen Teil aber auch an unserem Hotel. Wir haben ein tolle, kleine Bungalowanlage gefunden, sehr ruhig an einem Reisfeld gelegen, und ein paar Gehminuten von der Stadt entfernt. Der Weg führt an einem Palmenhain und hohen Grundstücksmauern entlang, zum Glück beleuchtet aber trotzdem recht düster, und Fledermäuse flattern über einen hinweg - spooky, aber auch sehr schön, Wahnsinn wie viele Sterne man sieht.
Die Bungalows liegen in einer hübschen Gartenanlage mit einem tollen Pool (der allerdings ein paar Grad kälter als das Meer ist, aber das Meer hat auch fast 30 Grad), alles in Reichweite des Babyfons, und einige schattige Ecken wo wir mit Lea sitzen können. Das Personal ist wieder super freundlich, beim Frühstück wird Lea so ausgiebig durch Küche und Garten getragen, dass wir schon manchmal denken 'ach wäre doch auch mal wieder nett das Kind zu sehen...'.






Am Ankunftstag klangen abends sehr schöne balinesische Gesänge vom Nachbargrundstück herüber. Am nächsten morgen haben wir dann erklärt bekommen das gerade eine Bestattungszeremonie stattfindet.
Der Tote wurde in einer Art Sänfte zum Strand getragen und dort verbrannt. Natürlich mit vielen Priestern, Gesängen und Opfergaben Die Asche wird dann dem Meer übergeben. Der Hotelmanager hat uns sehr viel dazu erzählt (der Tote war ein entfernter Verwandter): Die Zeremonie ist ein Festtag, weil der Tote damit die Chance auf Wiedergeburt erlangt. Getrauert wird nur kurz. Weil die Verbrennungszeremonie sehr teuer ist, es muss schließlich ein großes Festessen für die vielen Gäste gegeben werden, erfolgt die Verbrennung oft erst Jahre nach dem Tod (in diesem Fall ganze 6 Jahre). Der Leichnam wird zwischenzeitlich begraben und dann wieder exhumiert. Ärmere Familien tun sich auch zusammen und verbrennen mehrere Tote gleichzeitig. Sehr interessant!


Ob wir neben dem Faulenzen hier noch mal zum Bloggen kommen müssen wir mal schauen, bis Montag bleiben wir noch hier ;-)
Der Plan für Rest der Reise steht nun auch. Nach Lovina geht es nach Sidemen ins Landesinnere, bevor wir dann an die Ostküste nach Amed fahren. Den letzten Tag werden wir in Sanur in der Nähe des Flughafens verbringen.